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17.12. 2012

Jugendpolitik

Schwerpunkte europäischer Jugendpolitik

EU-Ministerrat will soziale Inklusion junger Menschen voran bringen: Der EU-Rat für Bildung, Jugend, Kultur und Sport hat seine Schwerpunkte für 2013 befiniert. Für den Bereich der Jugendpolitik ist das die Weiterentwicklung des strukturierten Dialogs sowie die zweite Phase vor Umsetzung der EU-Jugendstrategie. Der Rat hat mit verabschiedeten Schlussfolgerungen zur Teilhabe und sozialer Inklusion deutlich gemacht, dass insbesondere für junge Menschen mit Migrationshintergrund weiterhin Zielgruppen orientierte Politikstrategien notwendig sind.
Die Schwerpunkte der jugendpolitischen Zusammenarbeit der nächsten drei Jahre sind weiterhin ausgerichtet auf die Bereiche „Beschäftigung und Unternehmergeist, Verbesserung des Zugangs zur Beschäftigung sowie Entwicklung der innovativen und kreativen Fähigkeiten junger Menschen“. Die Themen "Soziale Inklusion" und "Gesundheit und Wohlbefinden" sollen dabei stärker in den Vordergrund gerückt werden.

Empfohlen wird auch, die Koordinierung der Peer-Learning-Tätigkeiten weiter auszubauen. Die Kommission und die Mitgliedstaaten wollen Daten, Fakten und Beispiele bewährter Praktiken in den Mitgliedstaaten besser für ein wirksameres Voneinander-Lernen nutzen. Außerdem sollen Indikatoren, Daten und gute Politik- und Praxisbeispiele sichtbarer und ausführlicher in zukünftigen EU-Jugendberichten abgebildet werden.

Die verabschiedeten Schlussfolgerungen zur Teilhabe und sozialer Inklusion von jungen Menschen mit Migrationshintergrund machen deutlich, dass neben dem übergreifenden Inklusionsverständnis auch weiterhin zielgruppenorientierte Politikstrategien notwendig sind. Diese Schlussfolgerungen gehen auf eine vom zypriotischen EU-Vorsitz eingebrachte Initiative zurück und richten sich an junge Menschen, die selbst oder deren Eltern aus einem anderen Land (EU oder Drittstaat) kommen und sich rechtmäßig in der EU aufhalten.

Auszüge aus den Schlussfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedsstaaten über die "Teilhabe und soziale Inklusion von jungen Menschen, insbesondere jene mit Migrationshintergrund":
" ... PRIORITÄTEN ZUR FÖRDERUNG DER TEILHABE UND SOZIALEN INKLUSION VON JUNGEN MENSCHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND:
Es ist unbedingt notwendig, die umfassende Teilhabe und soziale Inklusion aller jungen Menschen,
vor allem junger Menschen mit Migrationshintergrund insbesondere durch Folgendes zu fördern:
  • 21. Mitwirkung aller jungen Menschen an der Ausarbeitung, Umsetzung und Bewertung aller sie betreffenden politischen Maßnahmen;
  • 22. Förderung des interkulturellen Dialogs und der interkulturellen Verständigung, insbesondere durch aktive Einbeziehung von Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft in die Gesellschaft als Maßnahme gegen Diskriminierung, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und andere Formen der Intoleranz;
  • 23. Förderung der Gleichheit zwischen jungen Frauen und Männern, insbesondere dadurch, dass ihnen der gleiche Zugang zur allgemeinen und beruflichen Bildung gewährt wird, sowie Erleichterung eines reibungslosen Übergangs von der Schule ins Erwerbsleben;
  • 24. Anerkennung der wichtigen Rolle des nicht formalen und informellen Lernens und der Validierung der Lernergebnisse;
  • 25. Anerkennung der Rolle von Jugendorganisationen, einschließlich jener von und für Migranten, und anderer Akteure der Zivilgesellschaft bei der Förderung der Inklusion junger Menschen;
  • 26. aktive Zusammenarbeit mit örtlichen, regionalen und nationalen Behörden bei der Umsetzung der Politik zur sozialen Inklusion und Förderung ihrer Zusammenarbeit bei Fragen mit Migrationsbezug, einschließlich der Förderung der Teilhabe und sozialen Inklusion junger Menschen;
  • 27. Anerkennung der Bedeutung des Erlernens der Amtssprache(n) des Aufnahmelandes sowie weiterer Fremdsprachen;


AUFGABEN MITGLIEDSTAATEN, IM RAHMEN IHRER JEWEILIGEN ZUSTÄNDIGKEITEN
UND UNTER WAHRUNG DES SUBSIDIARITÄTSPRINZIPS

  • 28. Bei der Entwicklung politischer Maßnahmen und der Bereitstellung von Dienstleistungen sind den besonderen Bedürfnissen junger Menschen mit Migrationshintergrund und den Schwierigkeiten, mit denen sie konfrontiert sind, Rechnung zu tragen. ...
  • 29. Eine Jugendarbeit und Jugendpolitik zu unterstützen, die es vermag, aktive Teilhabe, soziale Inklusion, Solidarität und den interkulturellen Dialog junger Menschen zu fördern und dadurch zu Akzeptanz der zunehmenden Diversität durch alle jungen Menschen führt. Innovative Methoden zu entwickeln, um Jugendarbeit an Orten durchzuführen, an denen junge Menschen zusammenkommen.
  • 30. Die persönliche Entwicklung und das Wohlbefinden aller jungen Menschen durch Arbeitsmöglichkeiten für Jugendliche zu fördern, so dass sie ihr Potenzial ausschöpfen und aktive und engagierte Mitglieder der Gesellschaft werden können.
  • 31. Die aktive Mitwirkung und Teilhabe junger Menschen mit Migrationshintergrund an ihren lokalen Gemeinschaften zu unterstützen, insbesondere im Hinblick auf nicht formales und informelles Lernen.
  • ...
  • 33. Die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung auszubauen und Lehrern Möglichkeiten zur Fortbildung und zur Aneignung der erforderlichen Kompetenzen zu geben, um den besonderen, individuellen Bedürfnissen der einzelnen Lernenden gerecht zu werden, nicht zuletzt dadurch, dass junge Menschen mit Migrationshintergrund beim Lernen besser unterstützt werden.
  • 34. Die Mehrsprachigkeit mobiler junger EU-Bürger und junger Menschen mit Migrationshintergrund zu fördern und den Erwerb der Amtssprache(n) des Landes, in dem sie leben, zu unterstützen, ...
  • 35. bei der Entwicklung, Förderung und Unterstützung zugänglicher Peer-Learning-Aktivitäten mit Jugendbetreuern und Jugendorganisationen, einschließlich jener von und für Migranten, zusammenzuarbeiten, um gegenseitigen Respekt, Toleranz und interkulturelles Verständnis zu fördern.
  • 36. Die soziale Inklusion in der Informationsgesellschaft zu fördern, indem beispielsweise die Medienkompetenz junger Menschen mit Migrationshintergrund verbessert wird.
  • ... "

Die Schlussfolgerungen in vollem Textumfang entnehmen Sie bitte dem Anhang.

Quelle:
Jugendpolitik in Europa
Dokumente:

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