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07.12. 2015

Ausbildung

Duale Ausbildung unter Druck – Ländermonitor berufliche Bildung 2015

Wie leistungsfähig und chancengerecht ist die berufliche Bildung in Deutschland? Unter dieser Fragestellung untersucht der Ländermonitor berufliche Bildung die Ausbildungssysteme der 16 Bundesländer im Vergleich. Das Ergebnis: die duale Ausbildung ist unter Druck. In allen Bundesländern sinkt sowohl das Angebot an Ausbildungsplätzen als auch die Anzahl der Bewerber/-innen für einen Ausbildungsplatz. Jugendliche mit maximal einem Hauptschulabschluss und Jugendliche ohne deutsche Staatsbürgerschaft haben es dabei besonders schwer einen Ausbildungsplatz zu finden. Allerdings unterscheiden sich ihre Chancen zwischen den Bundesländern erheblich.
"Ergebnisse:
  • Deutschland hat nicht ein berufliches Ausbildungssystem, sondern 16 verschiedene. Der Ländermonitor berufliche Bildung zeigt, wie groß der Einfluss der Bundesländer auf die Gestaltung und Ergebnisse der beruflichen Bildung ist. (...)
  • Die meisten Unterschiede gibt es zwischen alten und neuen Bundesländern sowie – etwas weniger stark ausgeprägt – zwischen den südlichen und norddeutschen Flächenländern im Westen. (...)
  • Die Ausbildungssysteme der Bundesländer erweisen sich als nur begrenzt leistungsfähig – sowohl was die ausreichende Versorgung der Wirtschaft mit Fachkräften betrifft als auch die Bereitstellung eines auswahlfähigen Ausbildungsangebots. (...)
  • Jugendliche mit maximal Hauptschulabschluss haben bundesweit deutlich geringere Chancen, eine duale oder vollzeitschulische Ausbildung aufzunehmen, als Jugendliche mit mittlerem Schulabschluss. Das gilt trotz einer relativen Entspannung auf dem Ausbildungsstellenmarkt. (...)
  • Für ausländische Jugendliche ist die Chance, Zugang zu einer vollqualifizierenden Ausbildung zu bekommen, deutlich geringer als für deutsche, selbst wenn sie den gleichen Schulabschluss besitzen.(...)
  • Ausbildungsunterschiede zwischen Männern und Frauen beruhen in erster Linie auf unterschiedlichen Präferenzen für Ausbildungen im dualen System und im Schulberufssystem. Frauen nehmen häufiger eine vollzeitschulische Ausbildung auf, Männer häufiger eine duale. Diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern haben in den letzten zehn Jahren zugenommen. (...)

Der größte Handlungsbedarf in den Ländern besteht darin, die Chancen auf Ausbildung von Jugendlichen mit schwächeren Schulabschlüssen und solchen mit Migrationshintergrund zu verbessern. (...)

Ziel sollte es sein, jedem jungen Menschen unabhängig von dem Bundesland, in dem er oder sie wohnt, die Chance zu geben, eine Berufsausbildung aufzunehmen und abzuschließen. (...)"

Quelle:
Bertelsmann Stiftung

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