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07.12. 2015

Arbeitslosigkeit

Langzeitarbeitslosen jungen Menschen Chancen eröffnen – ein Überblick

Über 8.300 junge Menschen in Bayern sind laut einer Studie im Auftrag der LAG Jugendsozialarbeit Bayern durch die sozialen Sicherungssysteme nicht mehr oder nur sehr schwer erreichbar. Schätzungen für das gesamte Bundesgebiet belaufen sich nach einer Studie des DJI im Auftrag der Vodafone-Stiftung auf 20.000 junge Menschen, die aus allen Hilfestrukturen herauszufallen drohen. Geringe bis gar keine Qualifizierung und lange Zeiten von Arbeitslosigkeit sind nur zwei der Merkmale dieser Gruppe junger Menschen. Angesichts dieser Lebenslagen junger Menschen wird sich die Arbeit mit und für benachteiligte junge Menschen ändern müssen: Zuweisungen in Maßnahmen durch Arbeitsagenturen und Jobcenter, niedrigschwellige Beratungsangebote, ja, alle Maßnahmen und Angebote mit einer „Komm“-Struktur erreichen diese jungen Menschen nicht. Neben einer verstärkten aufsuchenden Form der Jugendsozialarbeit bedarf es gerade für die genannte Gruppe eines langen Atems und der dementsprechenden finanziellen Förderung.
" Überblick der aktuellen Entwicklungen
Die Europäische Union hat in der (...) Empfehlung des Rates zur Einführung einer „Jugendgarantie“ den Mitgliedstaaten im Jahr 2013 empfohlen sicherzustellen, dass allen jungen Menschen unter 25 Jahren spätestens vier Monate, nachdem sie die Schule verlassen haben oder arbeitslos geworden sind, eine hochwertige Arbeitsstelle, eine Weiterbildungsmaßnahme oder ein hochwertiger Praktikums- bzw. Ausbildungsplatz angeboten werden soll. (...)

Bund
  • Mit dem Programm „Chancen eröffnen – soziale Teilhabe sichern. Konzept zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit“ hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales im November 2014 Vorschläge hierfür unterbreitet. (...)
  • Ein Umsetzungsschritt ist das BMAS-Modellprogramm „RESPEKT – Pilotprogramm für schwer erreichbare junge Menschen“ vom 14.9.2015. (...)

Bundesländer
  • Auf Ebene der Bundesländer gibt es vielfältige Bemühungen, jungen Menschen zu helfen, die den Weg von der Schule in Ausbildung und Beruf nicht alleine bewältigen können. (...)
  • Verschiedene Bundesländer haben je eigene Wege entwickelt, wie der Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf erleichtert werden kann (z. B. die Länder Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen). (...)

Was ist weiter nötig
Die Kernzielgruppen der Jugendsozialarbeit, (...)(§ 13 Abs. 1 SGB VIII) brauchen besondere Beratung, Unterstützung und Förderung, um sich beruflich und gesellschaftlich eingliedern zu können. Damit kann der Arbeitslosigkeit letztlich der Nachschub abgeschnitten werden. (...)

Das Modell der Jugendberufsagentur muss weiterentwickelt werden, damit eine kohärente, also abgestimmte Förderung aus den verschiedenen genannten Rechtskreisen ermöglicht wird. Die Förderinstrumente in der Grundsicherung müssen weiterentwickelt und leichter anwendbar
werden. (...)

Das gerade begonnene Gesetzgebungsverfahren für ein „Neuntes Gesetz zur Änderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch – Rechtsvereinfachung“ bietet (...) keine Lösungen an. (...) Die besonderen Sanktionen für junge Menschen unter 25 Jahren, die letztlich dazu führen können, dass jungen Menschen die Grundsicherung vollständig gestrichen werden kann, sollen zum Beispiel beibehalten werden. (...)"

Quelle:
Christian Hampel, Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit Nordrhein-Westfalen e.V.

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