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20.11. 2017

Politische Agenda

Forderungen der evangelischen Jugendsozialarbeit an die politisch Verantwortlichen

Was muss politisch bewegt werden, um die Situation von benachteiligten jungen Menschen zu verbessern? Darauf gibt die Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA ) Antworten. Mit einem Forderungskatalog zu den Themenbereichen Bildung, Jugendpolitik, Migration und Integration, Arbeitsmarktpolitik und Digitalisierung wendet sie sich an die Politiker/-innen, die für die künftige Gestaltung der Bundespolitik verantwortlich zeichnen.
Auszüge aus den Vorschlägen und politischen Forderungen der BAG EJSA:
" (...) Thema: Jugendhilfepolitik (SGB VIII)
  • Die Bundesregierung beschließt, die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe und die Reform des SGB VIII in einer inklusiven Ausrichtung, unter Beteiligung aller relevanten Bundes- und Fachorganisationen, weiter voranzubringen und in ein konsensuales Kinder- und Jugendhilfe-Gesetz zu überführen. Hierbei wird die Zusammenarbeit zwischen den öffentlichen und freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe gestärkt.
  • Es liegt in der öffentlichen Verantwortung des Rechtsstaates jungen Menschen in prekären Lebenskonstellationen „Jugend zu ermöglichen“. „Die Etablierung einer sozialen Nachhaltigkeitsperspektive ist zwingend erforderlich“ (15. Kinder- und Jugendbericht). Die Förderung und Unterstützung von Jugendlichen liegt in der Verantwortung der Kreise und Kommunen. Daher beschließt die Bundesregierung Kommunen in ihrer Gestaltung des Übergangsgeschehens zu stärken und Landkreise darin zu unterstützen, die Aufgabe der Gestaltung von Übergängen in ihrer Jugendhilfeplanung zu verankern. Dafür erhalten Kommunen und Kreise finanzielle Unterstützung vom Bund zum flächendeckenden Ausbau der fachlichen und personellen Struktur für die Jugendsozialarbeit nach § 13 SGB VIII. Das Kooperationsverbot wird für diesen Bereich aufgehoben. Hilfen für junge Volljährige werden strukturell verankert.

Thema: Migration und Integration
  • Die Bundesregierung eröffnet allen zugewanderten jungen Menschen eine Lebensperspektive in Deutschland, inklusive Bildung und Ausbildung – unabhängig von ihrem Status und ihrer sogenannten Bleibeperspektive sowie unabhängig von ihrem Aufenthaltsort im Bundesgebiet.
  • Die Bundesregierung sichert die sozialpädagogischen und migrationsspezifischen Beratungs- und Unterstützungsangebote für junge Menschen mit Migrationshintergrund in allen Fragen der schulischen, beruflichen und gesellschaftlichen Integration ab. Bei der Beratung und Begleitung werden auch ihre Diskriminierungserfahrungen berücksichtigt.
  • Die Bundesregierung baut die sozialpädagogische Begleitung der Integrationskurse durch die Jugendmigrationsdienste (JMD)(...) flächendeckend und bedarfsgerecht aus. (...)

Thema: Arbeitsmarktpolitik für junge Menschen
  • Die verschärften Sanktionsregelungen für die U25 im SGB II werden abgeschafft, denn Integration und Teilhabe gelingt bei Jugendlichen nicht durch finanzielle Repression, sondern durch eine individuelle, verlässliche Begleitung und Betreuung. (...)
  • Für jugendspezifische arbeitsmarktpolitische Maßnahmen werden differenzierte und niedrigschwellige Formen entwickelt, an denen auch Jugendliche mit schlechten Startchancen, für die standardisierten Angebote der Bundesagentur für Arbeit nicht geeignet sind, erfolgreich partizipieren können.

Thema: Digitalisierung
  • Die soziale Dimension (Auswirkungen der Digitalisierung auf die einzelnen Lebensbereiche) wird verstärkt thematisiert und die soziale Säule in der Digitalisierung muss entwickelt werden."


Quelle:
BAG EJSA
Dokumente:

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