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01.06. 2015

Wie geht man mit der zunehmenden Radikalisierung junger Menschen um?

Fachtagung zur Entwicklung kultursensibler Haltung, Sprechfähigkeit und transkultureller Methodenkompetenz

Termin/Ort: 07.-10. September 2015 in Eisenach
Veranstalter: Bundesakademie für Kirche und Diakonie

"Charlie Hebdo, Pegida, IS, Salafisten, Dschihad, Minarett, Kopftuch, Roma, sicheres Herkunftsland. Begriffe, die das öffentliche Leben bestimmen und die sehr starke Gefühle auslösen – besonders auch bei unterprivilegierten und benachteiligten Menschen: bei Adressatinnen und Adressaten von Streetwork und Mobiler Jugendarbeit.

Viele Jugendliche haben sich aus diesem Land schon längst verabschiedet. Sie sind und fühlen sich ausgegrenzt aus Schulen, Vereinen, Wohngebieten und Innenstädten. Sie erleben rassistisches Profiling durch Polizei und Ordnungsdienste. Sie wissen, dass sie auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt systematisch diskriminiert werden.

Sie finden Anerkennung und Wertschätzung auf Internetplattformen und in sprachlichen und religiösen Nischen. Das Spektrum weitet sich von islamischen Jugendkulturen, wie „New Muslim Cool“ über typischen Lifestyle bis hin zu missionarischen Aktivitäten. Zu erkennen sind Sympathien für religiös extreme Haltungen und provokante bis schockierende Ausdrucks- und Aktionsformen und als Höhenpunkt dann die konkrete Ausreise und Unterstützung des IS.

Streetwork und Mobile Jugendarbeit stehen vor der Herausforderung, diesen jungen Menschen zu mehr Anerkennung und Beteiligung zu verhelfen und sie vor weiteren Diskriminierungen zu bewahren. Mitarbeitende müssen in der Lage sein, kritisch und empathisch hochkomplexe Kommunikationssituationen erfolgreich zu bewältigen. Dies erfordert bei den professionell Handelnden einen klaren Standpunkt einzunehmen und kultursensibel zu agieren.

Die Tagung setzt weitere Akzente in der Professionalisierung des Inklusionsgedankens und zeigt facettenreich die Vielfalt der relevanten Aspekte und Schwierigkeiten in einer multikulturellen und sozial immer stärker auseinander driftenden Gesellschaft, wo Begriffe wie Solidarität, Gerechtigkeit, Teilhabe meist nur noch als Alibi-Worthülsen fungieren.

Zentrale Inhalte der Tagung
Radikalisierung junger Menschen
  • Forschung des DJI zur religiös motivierten Radikalisierung junger Menschen und mögliche erste Empfehlungen zur Prävention
  • Lamya Kaddor liest und spricht „Zum Töten bereit. Warum deutsche Jugendliche in den Dschihad ziehen“
  • Aufsuchende modellhafte Ansätze auf der Straße und im Internet zur kritischen Auseinandersetzung mit sich radikalisierenden jungen Menschen
  • Erfahrungstransfer aus der akzeptierenden Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen

Methodisch-didaktische Kompetenzen
  • Straßenschule als Ort der pädagogischen Auseinandersetzung und niedrigschwelligen Bildung
  • Workshops zu kultureller Sensibilisierung, Entwicklung von Sprechfähigkeit und transkultureller Kompetenz
  • Aufbau gesundheitsbezogener Mentorenprogramme für Risikozielgruppen
  • Spaziergangsforschung im öffentlichen Raum und erlebnisorientierte Aktivitäten

Anmeldung und Organisatorisches
* Es ist eine verbindliche Anmeldung erforderlich.

* Bitte senden Sie Ihre Anmeldung an
ulrike.jaros@ba-kd.de oder FAX: 030 48837-300

*Es wird ein Teilnahmebeitrag in Höhe von 180,00 Euro erhoben. Kosten für die Übernachtung und Verpflegung sind zusätzlich zu entrichten.

* Tagungsort ist das Haus Hainstein in Eisenach.

* Für Rückfragen wenden Sie sich an Frank Dölker, Mobil: 0173 5105498"

Quelle:
bag streetwork
Dokumente:

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